Recap: Öffentliche Aktion zum International Sex Workers‘ Day 2026

Am 2. Juni 2026 hatte Verein LEFÖ die Möglichkeit, die Öffentliche Aktion zum Internationalen Sex Workers‘ Day im Votivpark, direkt vor der Votivkirche, abzuhalten, im 51. Jahr seit der historischen Besetzung der Saint-Nizier-Kirche in Lyon, Frankreich, im Jahr 1975. Damals, 1975, suchten Sexarbeiterinnen*, erschöpft von Diskriminierung, Gewalt, Polizeiwillkür, Schikane und dem ständigen Schweigen, Zuflucht in der Kirche, und lösten damit eine Bewegung aus. Diese Besetzung war ein Aufruf, auf die zunehmende staatliche Gewalt der französischen Regierung gegen Sexarbeiter*innen aufmerksam zu machen. Sie fand nationale wie internationale Beachtung und erhielt Unterstützung von Gewerkschaften und feministischen Organisationen gleichermaßen. Am 10. Juni, nach 8 Tagen der Besetzung, wurden die Frauen* gewaltsam aus der Kirche entfernt, doch ihr Einsatz markierte den Beginn einer internationalen Bewegung.

LEFÖ und Amnesty International Österreich Infotische Votivpark Rede von LEFÖ TAMPEP LEFÖ und Amnesty International Österreich Infotische

Ein und Fünfzig Jahre später geht der Kampf weiter. In ganz Europa und darüber hinaus fordern Sexarbeiter*innen Sicherheit, Rechte und Anerkennung. Dieser 2. Juni 2026 war geprägt von Widrigkeiten: Massive Budgetkürzungen im österreichischen Sozialbereich schränkten unseren finanziellen Spielraum bei der Planung dieses Events erheblich ein. Doch genau in diesem Moment zeigte sich, was die Netzwerke, die LEFÖ aufgebaut hat, wirklich bedeuten: Eine Veranstaltung von unten, getragen von vielen, vielen Menschen: von politischen Aktivist*innen, Sozialarbeiter*innen und Sexarbeiter*innen, die ihre Stimmen erhoben, um erneut auf die strukturellen und intersektionalen Ungleichheiten hinzuweisen, mit denen Sexarbeiter*innen täglich konfrontiert sind; von Rap-, Tanz-, Pole- und Redner*innen-Performances, die mit ihren Talenten die Show absolut gestohlen haben; von den Awareness-, Helping-Hands- und Technikteams, die dafür gesorgt haben, dass die Veranstaltung für alle sicher verlief und so reibungslos wie möglich ablief; von Migrant*innen- und Sexarbeiter*innenorganisationen sowie vom Publikum, das die Bedeutung von Freude ebenso wie von Widerstand verkörpert hat.

Technik PiA Christine Nagl Rap Performance RawCat Migrantinnen*rechte sind Frauen*rechte.

Wie immer halten wir fest: Der 2. Juni ist ein Zeichen für Solidarität und Aktivismus. Ein Tag des Zusammenkommens zwischen denen, die jeden Tag für die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit kämpfen, und ein Tag, an dem wir uns besonders an die trans*, BIPOC und migrantischen Sexarbeiter*innen und Aktivist*innen erinnern, die uns den Weg geebnet haben.

Sexarbeiterinnen*rechte sind Frauen*rechte!

Only Rights Can Stop The Wrongs!


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