“Menschenhandel im Wandel: Neue Herausforderungen – Neue Antworten” lautete der Titel der Wiener Konferenz gegen Menschenhandel 2026. Gleich zu Beginn wurden die Anti-Trafficking-Expert*innen mit den Realitäten der Künstlichen Intelligenz konfrontiert: Sie beschleunigt die Verlagerung der Anwerbemethoden und Taktiken von Menschenhändler*innen in den Online-Bereich, KI-Tools werden zunehmend eingesetzt, um gefälschte Profile für Cyber-Scam-Operationen zu erstellen, und selbst Online-Spiele werden immer häufiger genutzt, um die Vulnerabilität von Kindern auszubeuten. Die bestehenden Systeme geraten durch diese neuen Herausforderungen an ihre Grenzen, und die düstere Stimmung, die damit einhergeht, war auch auf der Konferenz spürbar.
Dennoch ist Resignation keine Option: Mit neuen Herausforderungen können und werden auch neue Antworten entwickelt. Das war die Haltung und Motivation der Expert*innen, die in der Diplomatischen Akademie Wien zusammenkamen. Neue Herausforderungen erfordern neue Antworten, insbesondere in der Kommunikation. Wie Heather Komenda in ihrer Keynote betonte, ist Kommunikation unbedingt wichtig, doch vielleicht müssen wir unsere Taktiken ändern. Das gilt umso mehr, als Kommunikation es uns ermöglicht, Beziehungen aufzubauen: zwischen Zivilgesellschaft, staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, der Polizei und Betroffenen des Menschenhandels.
Es war, wie immer, eine Freude, an der Wiener Konferenz gegen Menschenhandel teilzunehmen, im Rahmen der Podiumsdiskussion gemeinsam mit Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen Einblicke in die Arbeit von LEFÖ-IBF zu geben und solidarisch zusammenzukommen, um unsere Arbeit gegen Menschenhandel fortzusetzen.